Frühling –Lebenskraft
Es ist ein warmer Frühlingstag als wir zum nahe gelegenen Dorf Attil fahren. Wir sind eingeladen zu einem Picnic, besser gesagt zu einem üppigen Mal draussen auf dem offenen Feuer gekocht. Decken werden ausgebreitet auf einem Platz oberhalb des Dorfes. Wir schauen über Hügel, mit Oliven- und Mandelbäumen bewachsen, in der Ferne ahnt man das Mittelmeer. Dazwischen wieder der trennende sich um die Hügel schlängelnde Zaun. Aber heute wollen wir einfach geniessen – er brauche diese Zeit in der Natur, um wieder Kraft zu schöpfen, meint unser Gastgeber. Er arbeitet für "B'Tselem", (für mehr Infos www.btselem.org), eine Organisation, die sich seit 17 Jahren für Menschenrechte in den besetzten Gebieten einsetzt. Der Name wird im modernen Hebräisch mit "Menschenwürde" übersetzt, nach Genesis 1,27: "Gott schuf den Menschen als Ebenbild Gottes" (b'tselem elohim).
Es dauert noch eine Weile und so steigen wir gerne auf den nächsten Hügel, begleitet von drei seiner Kinder, freuen uns an den Blumen, essen grüne Mandeln, die hier als Spezialität gelten, mit Schale und pelziger Hülle. Unterdessen ist die aufwändige Zubereitung von "maklouba" fertig und wird – schwupps – auf eine grosse Platte gestürzt. Dieses Gericht wird verschieden zubereitet, hier mit gewürztem Reis, Gemüse und Huhn, serviert mit Joghurt und Salat. Unterdessen sind weitere Angehörige eingetroffen, werden eingeladen mitzuhalten am reichlichen Mahl. Zum arabischen Kaffee wird süsses Gebäck serviert, das wir mitgebracht haben. Wir spazieren noch zu einer Anhöhe mit einem Vergnügungspark für Kinder, geniessen den Sonnenuntergang und fahren zurück, reich beschenkt von dieser für uns nicht selbstverständlichen, herzlichen Gastfreundschaft.





