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News & Events
19.06.08 13:25 Alter: 70 days

In Gemeinden und Parlamenten treten Kirchen aus 40 Ländern für Frieden im Nahen Osten ein

 

 

Eine "lebendige Uhr" erinnerte in Bethlehem an 60 Jahre palästinensischen Lebens als Flüchtlinge.

In Australien taten sich Kirchenleitende aus verschiedenen Traditionen zusammen, um Personen des öffentlichen Lebens für den Konflikt zwischen Palästinensern und Israelis zu sensibilisieren, und verteilten einen "Werkzeugkasten für Bewusstseinsbildung" in den Gemeinden. In Schottland traf sich eine parteiübergreifende Parlamentariergruppe mit Vertreterinnen und Vertretern des christlichen, jüdischen und muslimischen Glaubens. In Budapest schrieb die zweitgrößte Kirche Ungarns Briefe zum Thema "Frieden für Israelis und Palästinenser" an die eigene und an andere Regierungen. In Norwegen sprachen der Außenminister und ein palästinensischer Bischof in einem multireligiösen Friedensgottesdienst.

 

In diesen und über 40 weiteren Ländern fanden in der letzten Woche Friedensgebete, Seminare, Konzerte, Festivals und öffentliche Veranstaltungen statt. Die Aktivitäten waren Teil der Internationalen kirchlichen Aktionswoche für Frieden in Palästina und Israel, 4. bis 10. Juni 2008, die vom Ökumenischen Rat der Kirchen initiiert worden war. Viele verwendeten ein von Kirchenleitenden in Jerusalem geschriebenes Gebet und die gemeinsame Botschaft mit der Kernaussage: "Es ist Zeit für einen gerechten Frieden für Palästina und Israel".

 

"Die Gewissheit, dass sich weltweit Kirchen für einen gerechten Frieden einsetzen, bedeutet für Palästinenser - Christen wie Muslime - in diesem sechzigsten Jahr sehr viel", sagte Nora Carmi in Jerusalem. Sie arbeitet bei der kirchlichen Organisation Sabeel und ist eine der Verantwortlichen für die Aktionswoche.

 

Von Jamaika bis Vanuatu, aber auch aus dem nahen Libanon und aus Israel sandten Menschen Gebete und gute Wünsche, die in Bethlehem in Schulen und Kirchen verteilt wurden. Manche wurden am 8. Juni auf dem Krippenplatz laut verlesen; zu diesem Anlass bildeten Einwohner und Gäste mit Fackeln und Trommeln eine "lebendige Uhr", um an 60 Jahre palästinensischen Lebens als Flüchtlinge und 41 Jahre unter israelischer Besatzung zu erinnern. Freiwillige des Ökumenischen Begleitprogramms EAPPI waren dort ebenso wie an Aktionen in anderen Ländern beteiligt und berichteten in einem Blog über die Ereignisse.

 

Eine Pressekonferenz in Canberra machte eine von 57 Führungspersonen aus Kirchen und kirchlichen Diensten unterschriebene Erklärung publik, die die australische Regierung dazu aufruft, sich verstärkt für Frieden in Israel und den besetzen palästinensischen Gebieten einzusetzen. Ein Parlamentsmitglied sorgte anschließend für die Aufnahme der kirchlichen Empfehlungen in das Protokoll.

 

Im Parlament in Edinburgh verurteilten 70 Politiker und Kirchenleitende das internationale Schweigen zur Blockade des Gazastreifens und die Mitschuld der Staatengemeinschaft bei der Nichtumsetzung der UN-Resolutionen in diesem Konflikt. Das Oberhaupt der Schottischen Bischöflichen Kirche rief alle Schotten, denen es freistehe, "Ungerechtigkeit anzuprangern", dazu auf, Palästinenser und Israelis in ihrem Streben nach Frieden und Gerechtigkeit zu unterstützen.

 

Nordamerikanische und europäische Leitende von Pax Christi International hielten in Antwerpen (Belgien) eine Gebetswache ab. World Vision International sandte das Jerusalemer Gebet an 30.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Auf den Philippinen verknüpften Teilnehmende den israelisch-palästinensischen Konflikt mit lokalen Problemen, und jedes Mitglied des Nationalen Kirchenrates erhielt Botschaft und Gebet der Aktionswoche.

 

In Sri Lanka klärte das Versöhnungsbüro der Kirche von Ceylon ihre Gemeinden über Israel und Palästina auf. Nationale kirchliche Organisationen in den USA feierten in New York City einen ökumenischen Gottesdienst, in dem das Jerusalemer Gebet und eine begleitende Liturgie zur Anwendung kamen.

 

Internationale kirchliche Aktionswoche für Frieden in Palästina und Israel

 

ÖRK-Mitgliedskirchen in Israel/Palästina (auf Englisch)

 

Video der Veranstaltung in Bethlehem (auf Englisch)